|
Eine Sonderform gefäßchirurgischer Tätigkeit ist die Schaffung von Gefäßzugängen für medizinische Behandlungen. Am häufigsten sind dies der Hämodialyse-Shunt zur Blutwäsche bei chronischem Nierenversagen und der venöse Intraport zur schonenden Verabreichung der Chemotherapie bei Tumorerkrankungen.
 |
 |
| Intraport aus Titan (Quelle: Fa. Fresenius Kabi Deutschland GmbH) |
| |
Ein Intraport besteht aus einer etwa 2-Euro-großen Kammer mit einer Silikon-Membran und einem dünnen Kunststoff-Katheter, welcher über eine Schulter-Vene in eine große Vene vorgeschoben wird. Die Portkammer wird so unter der Haut eingepflanzt, dass sie durch die Haut und die Silikon-Membran hindurch mit einer Spezialnadel punktiert werden kann. Somit ist eine wesentlich sicherere, nahezu schmerzlose und schonende Verabreichung einer Chemotherapie möglich.
Ein Hämodialyse-Shunt besteht in der Regel aus einer künstlich geschaffenen „Kurzschluß“-Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene am Unterarm. Der dadurch stark gesteigerte Blutfluß in der Vene ermöglicht dem Nephrologen (Nierenspezialisten) die Durchführung der Hämodialyse (Blutwäsche) bei Patienten mit chronischem Nierenersagen. Ist keine Direktverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene möglich, kann ein Kunststoff-Schlauch dazwischen eingefügt werden. Für dringliche Dialysebehandlungen stehen implantierbare Dialyse-Katheter als Übergangslösung zur Verfügung.
Diese Eingriffe werden teils in örtlicher Betäubung, teils in Vollnarkose durchgeführt. In der Regel sind diese Eingriffe ambulant möglich, d.h. der Patient kann wenige Stunden nach der Operation wieder nach hause gehen.
|