MVZ Kirchheim - Abteilung Chirurgie
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Kreuzbandchirurgie

Kniegelenk
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Das vordere Kreuzband verhindert das Wegrutschen des Schienbeinkopfes nach vorne.
 
Intaktes vorderes Kreuzband Vollbild Intaktes vorderes Kreuzband
Intaktes vorderes Kreuzband
 
Alter vorderer Kreuzbandriss Vollbild Alter vorderer Kreuzbandriss
Alter vorderer Kreuzbandriss
 

Ist das vordere Kreuzband gerissen kommt es häufig zu einem Instabilitätsgefühl mit Wegknicken des Kniegelenkes = "giving-way". Spätfolgen können sein, Meniskusschaden, Knorpelschaden und schließlich der vorzeitige Verschleiß (Arthrose). Vor allem die Angst vor möglichen Spätschäden führt häufig zur Indikationsstellung einer Operation des gerissenen Kreuzbandes = Kreuzbandersatzplastik.
 
Als Ersatzgewebe für das gerissene vordere Kreuzband wurde früher meisten ein Sehnenstreifen mit Knochenblöcken aus der Kniescheibensehne (Patellarsehne) entnommen. In letzter Zeit wird jedoch vor allem – wie auch in unserer Praxis - die mehrfach-gedoppelte Semitendinosus- oder Gracilis-Sehne benutzt.


Die von uns in der Regel angewandte  OP-Methode:

Operation mit 4-fach Harmstringsehnen (Semitendinosus.- und Gracilissehne). Proximale und distale Fixierung mit resorbierbaren Bio-Schrauben (RCI)

OP-Ablauf:

1.) Lagerung und zunächst diagnostische Arthroskopie

2.) Entnahme des Sehnentransplantates
Kleine ca. 3-5 cm lange Längsincision medial der Tuberositas tibiae und Strippen der Semitendinosus- und Gracilissehne.

Entnahme des Sehnentransplantates Vollbild Entnahme des Sehnentransplantates
Entnahme des Sehnentransplantates
 


3.) Vorbereitung des Sehnenimplantates in 4-fach Bündeltechnik

Vorbereitung des Sehnenimplantates Vollbild Vorbereitung des Sehnenimplantates
Vorbereitung des Sehnenimplantates
 


4.+5.) Femorale (Oberschenkel) und tibiale (Unterschenkel) Bohrung

Bohrung Vollbild Bohrung
Bohrung
 

Nodge-Plastik femoral Vollbild Nodge-Plastik femoral
Nodge-Plastik femoral
 
Over-the-top  Zugang Vollbild Over-the-top  Zugang
Over-the-top Zugang
 

Tibiales Zielgerät Vollbild Tibiales Zielgerät
Tibiales Zielgerät
 


6.) Fassen der Schlaufe und Einziehen des Transplantates und femorale und tibiale Fixierung mit Bio-RCI-Schrauben.

Harmstring-Transplantat eingezogen Vollbild Harmstring-Transplantat eingezogen
Harmstring-Transplantat eingezogen
 

Resorbierbare RCI-Schrauben Vollbild Resorbierbare RCI-Schrauben
Resorbierbare RCI-Schrauben
 


7.) Nachbehandlung
Redonflasche für einen Tag. Analgetika.
Anlegen einer Ruhigstellungsschiene und Gehstöcke.
20 kg Teilbelastung für 1 Woche 0-0-90 Grad
Nach 1 Woche Softec-Schiene ohne Limitierung und Vollbelastung

Physiotherapie (Krankengymnastik, Lymphdrainage, KG an Geräten)


Nachfolgend beispielhaft noch weitere OP-Methoden:

Kreuzbandersatzplastik mit Ligamentum patella Transplantat in Press-fit-Technik (nach Boszotta)
Mit speziellen Instrumenten wird ein Knochen-Sehnen-Knochen Transplantat aus der Kniescheibensehne entnommen. Durch eine spezielle Bohrung in einem bestimmten Winkel im Oberschenkelknochen wird der Knochenblock fest verhakt (= Press-fit-Technik) ohne daß es einer speziellen Befestigung bedarf. Im Unterschenkelknochen wird der Knochenblock vorrübergehend verschraubt oder mit Drahtcerclagen befestigt.

 
Kniegelenk
 
Postoperatives Nachbehandlungsschma

Nachbehandlung nach vorderer Kreuzbandersatzplastik:
Semitendinosus- und Gracilissehne mit 4-fach Bündelung und Fixierung mit Bio-RCI-Schrauben

OP-Tag:
• Antithrombosespritzen 1 x täglich bis zur Vollbelastung
• Lokale Eisanwendungen unmittelbar postoperativ
• Knie in Streckung hochlagern (Oberkörper tiefer als Knie)
• Schmerzmedikation
• Abschwellende Tabletten für die ersten Tage (Ibuprofen 600)
• Schmerzabhängige Entlastung mit Gehstöcken

1.-2. Tag:
• Entfernung der Redondrainagen je nach Menge. Verbandswechsel
• Mehrmals täglich 20 min Eisanwendungen über dem Verband
• Möglich oft und lange Hochlagern des Beines
• Mehrfach Anheben des Beines in Streckstellung
• Aufstehen und Gangschulung mit Teilbelastung von ca. 20 KG

Ab 3. Tag:
• Treppensteigen mit Gehstöcken
• Röntgen-Kontrollen
• Zunehmende Belastung, kontrolliertes Gehen
• Wenn Gangbild korrekt, freies Gehen erlaubt
• Zunehmend aktive und passive Beugung bis Schmerzgrenze (0-0-90 Grad)
• Intensive Krankengymnastik 3x Woche oder EAP
• Weiterhin täglich mehrmals 20 min Eisanwendungen und Hochlagerung des Beines
• Fadenentfernung ab ca. 10. Tag

Ab 14. Tag:
• Aktive physiologische Belastungen ohne Gehstöcke (0-0-110 Grad)
• Schwimmen (Kraul) oder Aquajogging
• Fahrradfahren auf Ergometer ohne Widerstand

Ab 6. Woche:
• Freie aktive Streckung
• Schwellungsabhängige geringe Einschränkung der Beugung noch möglich
• Volle Belastung  bei physiologischem Gangbild
• Steigerung des Kraft- und Ausdauertrainings
• Neuromuskuläre Koordinationsübungen
• Fahrradfahren
• Arbeitsfähigkeit je nach Beruf

4. Monat:
• Lauftraining und Jogging
• Lockeres sportartspezifisches Training ohne Gegnerkontakt
• z.B. Werfen, Fangen, Tribbeln, leichtes Schusstraining
 
5. Monat:
• Zunehmend neuromuskuläres Koordinationstraining unter Wettkampfbedingungen

6-12- Monat:
• Weitere Belastungssteigerungen
• Sportartspezifisches Training
• Wettkampfbelastung


Bei Zusatzeingriffen oder Verletzungen wie:
- Meniskusnaht
- Knochen-Knorpelverletzungen
- Innen-  Außenbandrissen.

ggf. modifiziertes Schema


 

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