MVZ Kirchheim - Abteilung Chirurgie
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Kinderchirurgie

4.September 2007

MVZ Kirchheim hat Leistungsspektrum um ambulante Kinderchirurgie erweitert

Die Gesundheitsreform ist umstritten, jedoch ermöglicht sie auch neue Formen der ärztlichen Zusammenarbeit: Seit 1. Juli arbeitet Dr. Jürgen Holzer – leitender Kinderchirurg am Klinikum Esslingen – zusätzlich am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Kirchheim. Somit ist in der Region jetzt auch für kleine Patienten eine lückenlose fachchirurgische Versorgung vor Ort sichergestellt.

KIRCHHEIM/ESSLINGEN – Seit 1. Juli ist Dr. Jürgen Holzer, leitender Arzt der kinderchirurgischen Abteilung am Klinikum Esslingen, zusätzlich als angestellter Arzt am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Kirchheim/Teck tätig. Die kinderchirurgische Sprechstunde findet jeden Mittwoch, von 16.00 bis 19.00 Uhr, im Ärztehaus in der Hahnweidstraße statt. Ambulante Operationen kann Dr. Holzer im ambulanten OP-Zentrum durch­führen. Eingriffe, die stationär erfolgen müssen, führt er im Klinikum Esslingen durch; alternativ wird eine anderweitige stationäre Versorgung in die Wege geleitet.

Damit ist im Raum Kirchheim-Nürtingen nun auch für kleine Patienten eine lückenlose fachchirurgische Versorgung vor Ort gewährleistet. Bislang führte der Weg zum nächsten Spezialisten für Säuglinge, Klein- und Schulkinder nach Esslingen oder Stuttgart.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Dank fortschrittlicher Operationstechniken, Anästhesieverfahren und Schmerztherapien kann heute vielfach auf eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus verzichtet werden, wenn bei Kindern und Jugendlichen chirurgische Eingriffe durchgeführt werden müssen. Selbst bei Kleinkindern, die das erste Lebensjahr vollendet haben, lassen sich Erkrankungen, Verletzungen und angeborene Fehlbildungen – zum Beispiel Nabel- und Leistenbrüche, Vorhautverengungen oder Hautanomalien – häufig ambulant behandeln. Den kleinen Patienten und ihren Eltern bleiben dadurch Belastungen wie Trennungen erspart.

"Anders als Chirurgen, die gelegentlich auch Kinder operieren, ist ein Kinder­chirurg ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Einer, der eben operiert", erläutert Jürgen Holzer, zu dessen Spezialgebieten schonende endo­skopische Operations­verfahren und die innovative Laser­chirurgie gehören. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Die chirurgische Behandlung von Erkrankungen und Fehlbildungen bei Neugeborenen oder die Operation von Knochenbrüchen bei heran­wachsenden Kindern erfordern spezielle chirurgische Methoden sowie Kenntnisse, die den Besonderheiten des kindlichen oder jugendlichen Organismus Rechnung tragen", führt der zweifache Vater weiter aus. Auch könnten Kinder nur eingeschränkt begreifen, warum eine Operation notwendig sei. Ebenso wichtig wie auf unterschiedliche Wachstums- und Entwicklungs­phasen abgestimmte Operationsverfahren sei deshalb eine kindgerechte Atmosphäre, die Ängste und Trennungsschmerzen vermeiden helfe.

Die Gesundheitsreform verzahnt ambulante und stationäre Medizin

Bis vor kurzem standen einer Zusammenarbeit, wie sie nun zwischen dem MVZ Kirchheim und dem Klinikum Esslingen praktiziert wird, rechtliche Gründe entgegen. Möglich wurde die Kooperation durch das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV Moderni­sierungs­gesetz – GMG), das im Rahmen der Gesundheitsreform zum 1. Januar 2004 in Kraft getreten ist. Mit dem Gesetz gingen für Patienten, Ärzte, Apotheken und Krankenkassen tief greifende Veränderungen einher. Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte betreffend wurden in großem Umfang rechtliche Beschränkungen abgebaut. Ziel war es, die bislang starren Grenzen zwischen stationärer und ambulanter medizinischer Versorgung zu durchbrechen und beide Bereiche enger zu verzahnen. So dürfen nun auch Kliniken ambulante Leistungen erbringen, während Klinikärzte unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich an Medizinischen Versorgungs­zentren tätig sein können.

Durch den Wegfall zahl­reicher standes­rechtlicher Bestimmungen, die bislang Interessen­kollisionen verhinderten, wird sich künftig jedoch auch der Wettbewerb verschärfen – voraussichtlich vor allem zwischen nieder­gelassenen Fachärzten und Kliniken: "Wie wohl jede politische Maßnahme, sind auch die im Rahmen der Gesundheitsreform getroffenen Entscheidungen nicht nur positiv oder nur negativ. Gerade für niedergelassene Fachärzte kann es jedoch schon existenz­bedrohlich werden, wenn sie sich den Veränderungen nicht stellen", sagt der Geschäfts­führer des MVZ Kirchheim, Dr. Friedrich Fink. "Wir haben uns deshalb entschieden, die Zukunft aktiv mitzugestalten, bevor die Zukunft ohne uns stattfindet." Dass mit Dr. Holzer nun einmal wöchentlich ein Kinder­chirurg in Kirchheim sei, eröffne auch den Kinderärzten vor Ort neue Formen der Zusammenarbeit, ist sich Unfallchirurg Fink sicher.

Klinikum Esslingen begrüßt gelungene Kooperation mit dem MVZ

Auch von Seiten des Klinikum Esslingen wird die Zusammen­arbeit begrüßt: "Kooperationen zwischen dem niedergelassenen und stationären Bereich sind zwar politisch gewollt, aber leider noch keine Selbstverständlichkeit", sagt Klinikum-Geschäftsführerin Cornelia Lindner. "Daher freue ich mich umso mehr, dass die Kinder und Kinderärzte trotz schwieriger Zeiten von einer gelungenen Kooperation mit dem Klinikum Esslingen profitieren können", so Lindner weiter.

Tatsächlich dürfte es bislang noch nicht viele Kooperationen dieser Art geben. "Mir persönlich ist in weitem Umkreis kein weiterer Fall bekannt, in dem ein leitender Klinikarzt auch im nieder­gelassenen Bereich arbeitet", sagt Friedrich Fink und resümiert: "Wer weiß, vielleicht sind wir sogar die ersten in Baden-Württemberg, die diesen Schritt gewagt haben."

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MVZ - Medizinisches Versorgungszentrum Kirchheim/Teck