MVZ Kirchheim - Abteilung Chirurgie
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Früherkennung von Darmkrebs

9.Juni 2007

Vorbeugen statt heilen: Früherkennung von Darmkrebs kann Leben retten

Bereits seit 2002 werden präventive Darmspiegelungen für Patienten ab 55 Jahren von allen Kassen voll bezahlt. Dennoch wird die Chance zur Krebsfrüherkennung noch viel zu selten genutzt. +++ Die enge Kooperation zwischen niedergelassenen Fach- und Hausärzten garantiert eine lückenlose endoskopische Vollversorgung in der gesamten Region Kirchheim-Nürtingen-Wendlingen. +++ Auch viele Operationen an Darm und Enddarm können inzwischen in fachärztlichen OP-Zentren durchgeführt werden.

KIRCHHEIM/NÜRTINGEN – Nach Informationen der Deutschen Krebshilfe erkranken in Deutschland jedes Jahr mehr als 70.000 Menschen an Darm­krebs, rund 28.000 sterben jährlich daran. Bösartige Darmtumoren sind damit, nach Brustkrebs bei Frauen und Lungenkrebs bei Männern, die zweithäufigste Krebs­todesursache bei beiden Geschlechtern (Quelle: Robert Koch Institut).

Dabei ist Darmkrebs heilbar – sofern bei einer Darmspiegelung der Tumor, oder auch Polypen, die oft die Vorstufe eines Tumors bilden, frühzeitig erkannt werden. Bei einer Darmspiegelung – im medi­zi­nischen Fachjargon Koloskopie (kolos = Darm) genannt – untersucht der Arzt mit einem so genannten Endoskop die Darmschleimhaut nach Auf­fällig­keiten. Mit Hilfe dieses Instruments kann er an verdächtigen Stellen auch Gewebe­proben entnehmen und Darmpolypen abtragen.

Für Patienten ab 55 Jahren ist die Vorsorge-Darmspiegelung kostenlos

"Leider lerne ich Darmkrebspatienten oft erst dann kennen, wenn der Krebs bereits so weit fortgeschritten ist, dass eine Heilung kaum noch möglich ist", berichtet der Kirchheimer Chirurg Dr. Bernd Bair. "Dabei könnten so viele Patienten gerettet werden, wenn sie Vorsorgemöglichkeiten in Anspruch nehmen würden." Ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, tragen Menschen, in deren Familien Darmkrebs gehäuft auftritt oder die oft an chroni­schen Entzündungen des Darmtraktes leiden. Aber auch eine fleisch- und fettreiche Ernährung kann das Entstehen von Darmkrebs begünstigen. Besonders gefährdet für Neuerkrankungen sind jedoch Menschen ab Mitte fünfzig. Aus diesem Grund ist die Vorsorge-Koloskopie bereits seit 1. Oktober 2002 für alle gesetzlich Versicherten ab dem vollendeten 55. Lebens­jahr kostenlos. Genutzt wird diese große Chance, Darm­krebs frühzeitig zu erkennen oder gar nicht erst entstehen zu lassen, jedoch noch viel zu selten.

Angst braucht vor der Untersuchung niemand zu haben, denn sie ist nicht schmerz­haft: "Ich hatte selbst schon einmal eine Darmspiegelung", sagt Dr. Bair. Am unangenehmsten sei die mineralhaltige Spüllösung gewesen, die man vor der Spiegelung trinken muss, damit der Darm für die Untersuchung gereinigt wird. "Vorbeugen ist immer besser als heilen", ergänzt der Endoskopiker, der in Kirchheim / Teck mit fünf Kollegen und einer neurologischen Abteilung ein Medizinisches Versorgungszentrum betreibt. "Die Koloskopie ist die zuverlässigste Methode, um Darmkrebs früh erkennen und diagnostizieren zu können. In 90 Prozent aller Fälle entsteht Darmkrebs aus Polypen, die zunächst gutartig sind. Wenn wir bei der Vorsorge­untersuchung solche Polypen entdecken, können wir diese in einem Schritt entfernen."

Es muss nicht immer Krankenhaus sein

Niedergelassene Fachärzte und Allgemeinmediziner arbeiten im Raum Kirch­heim-Nürtingen-Wendlingen eng zusammen und garantieren eine lückenlose endoskopische Vollversorgung auf höchstem Qualitätsniveau. Durch diese Kooperation können inzwischen sämtliche Magen- und Darm­erkrankungen an allen Wohnorten auch in Facharztpraxen behandelt werden. Der Hausarzt übernimmt dabei die Funktion eines Lotsen: er überweist den Patienten an den jeweiligen Spezialisten am Wohnort oder in unmittelbarer Wohnortnähe und übernimmt erneut die Betreuung, sobald die fachärztliche Behandlung abgeschlossen ist. Mit dieser Vorgehens­weise wird nicht nur gesetzlichen Vorgaben entsprochen, sie bringt auch für die Patienten zahlreiche Vorteile mit sich: so werden sie zum Beispiel durch­gehend heimatnah versorgt, die behandelnden Ärzte wechseln nicht und auch Termine können deutlich schneller vergeben werden als in Kliniken.

In Nürtingen und Wendlingen war die endoskopische Vollversorgung durch niedergelassene Fachärzte auch bisher schon gewährleistet. In Kirchheim gab es für Patienten, die Magen- und Darmspiegelungen vornehmen lassen wollten, bis vor kurzem jedoch keine Alternative zum Krankenhaus.

Seit 1. April 2007 ergänzt der auf Erkrankungen des Verdauungstraktes spezialisierte Chirurg Bernd Bair das Ärzteteam des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Kirchheim. Neben Magen- und Darm­spiegelungen kann Dr. Bair in der chirurgischen Abteilung des MVZ auch Operationen an Bauch und Enddarm durchführen. Vorteil für die Region: Selbst Behandlungen, für die Patienten bislang Wege bis nach Stuttgart auf sich nehmen mussten, können nun auch lokal erfolgen.

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MVZ - Medizinisches Versorgungszentrum Kirchheim/Teck